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Die Kunst in den Ionischen InselnTreffpunkt Völker und Kulturen, Zelle der schon vom 18. Jahrhundert Entwicklung der bildenden Kunst, ein lebendiger und voller kultureller Betätigungen Raum, die Ionischen Inseln sind nicht nur die Avantgarde der neugriechischen Kunst gewesen, sondern haben auch und vor allem als Ausgangspunkt zahlreicher Recherchen gedient, die zu erheblichen Errungenschaften geführt und einen unerschöplichen Sprachvermögen geschafft haben. In diesem Raum erreichte jeder Ausdruck der bildenden Kunst seine Blüte; die beträchtliche Schritte zur Integration der westlichen Kunst in der Malerei, der Aufstieg der ersten Schöpfer neugriechischer Skulptur, die erste Kunstwerke neugriechischer Graviertechnik zeigen die Errungenschaftsgröße der Kunst der Ionischen Inseln. Sowohl stylistisch als auch thematisch beschränkt sich die Kunst der Ionischen Inseln nicht auf die Vergangenheit. Sie weicht in besonderem Maß von den Formen der metabyzantinischen Kunst ab, ohne sie allerdings gänzlich abzulehnen. Sie richtet sich auf neuen Wege ablenkend von der ausschließlichen Beschäftigung mit Religion. Porträtmalerei, genremalerische Szene, historischen Themen, die tote Natur, Landschaftsmalerei, Aktographie steigen in eine wichtige Stelle der malerischen Thematik auf. Neue Techniken werden verwendet. Neue ausdrucksvolle Möglichkeiten stehen dank der Vorteile der Ölgemälde im Vordergrund. Aquarell trägt wesentlich dazu bei, sich die Besonderheit des Naturraums auszuprägen. Alle vorgenannte Elemente beweisen die Bereitschaft, von der Vergangenheit entbunden zu werden, den Wagemut, erneut zu recherchieren, den Entscheid, neue Gebiete zu beherrschen. Die Ionischen Inseln, ein Raum voller Besonderheiten im politisch- ökonomisch- gesellschaftlichen Bereich im Vergleich zum restlichen Griechenland derselben Epoche, überliefern diese Besonderheit auch im Bereich der Kunst. Bezogen auf dem politischen Bereich beginnt aufeinander folgend die Herrschaft der Franzosen Demokraten (1797- 1799) nach der vier Jahrhunderte langen enetischen Herrschaft (1386- 1797), der Staat der Ionischen Inseln nach Vereinbarung der drei Mächte, Großbritannien, Russland und der Türkei (1799- 1807), die Herrschaft der kaiserlichen Franzosen nach dem Tilsit Vertrag (1807- 1814) und schließlich die englische Herrschaft mit dem Pariser Vertrag, wenn der Staat der Ionischen Inseln unter britischem Schutz stand und seine Verwaltung der Hohe Komissar (1815- 1864) übernahm. Im ökonomisch- gesellschaftlichen Bereich wurden dank der Wirtschaftsblüte neue Kräfte und eine bürgerliche Klasse ausgezeichnet, die auch eine wichtige Rolle dabei gespielt hat, die Richtungen der künstlerischen Schöpfung zu gestalten. Neue Gesellschaftsschichte fangen an, mehrere Rechte geltend zu machen. Diese allmählich auftauchende Bürgerklasse, die auf der wirtschaftlichen Entwicklung der Inseln basiert, ist den großen Grundbesitzern ein Antipode, da sie alle Privilegien und die von Venedig erteilte Macht genießen. Diese allmähliche Verstärkung der Bürgerklasse bietet neue Möglichkeiten als auch neue Visionen an, die als neue Ausgangspunkte für die Entwicklung der ionischen Kunst dienen. In demselben Raum, der Ionischen Inseln, wird die Kunst den fruchtbarsten Entwicklungsboden treffen in einem Zeitpunkt, wo restliches Griechenland noch nicht von staatlichem Bestand war. In dieser mit beschränkter Ausdehnung und Bevölkerung Zelle werden sich in großem Maße Literatur, Musik, Theater und bildende Kunst entwickeln. Bereits seit Ende des 17. Jahrhunderts erschöpft eine beträchtliche Gruppe Bildender Künstler den Rahmen des Phänomens, das weiter Ionische Schule genannt wurde. Mit Vorkämpfer Panagiotis Doksaras (1662-1729) und Nachfolger seinen Sohn Nikolaos Doksaras (1700-1775) und Nikolaos Koutousis (1741-1813), Nikolaos Kantounis (1768-1834) zusammen mit anderen , wie Ieronimos Plakotos (1670-1728) und Ioannis Korais (..-1799) machen die Ionier mit Zakynthos im Mittelpunkt einige der wichtigsten und charakteristischsten Versuche. Die Ionischen Inseln als Empfangsraum vieler Kreter Künstler nach der Eroberung Kretas von den Türken 1669, verwerten sie die unter anderen Anwesenheit von Michael Damaskinos, Georgios Klontzas, Emmanouel Tzane und Theodoros Poulakis, die mit seinen Werken die Umstände für die Entlastung von der Strenge der byzantinischen Tradition schaffen und westlichen Ausdrucksformen auferlegen. Diese Formen haben sich die Ionier Künstler assimiliert und ihre Errungenschaften gut verwendet. Gleichzeitig werden sie die europäische Errungenschaften in der Kunst assimilieren, in einigen Fällen nur nachahmen und vor allem erlernen und dazu erzogen werden, indem sie in Kontakt mit den westlichen Elementen kommen, durch den Gravuren, italienischen und flämischen, die schon früher im ionischen Raum bekannt waren, und durch das Studium vieler Ionier in Italien. Außer der bildenden Kunst erscheint eine Entwicklung auch in vielen anderen geistigen Bereichen. Persönlichkeiten wie Andreas Kalvos (1792-1869) und Dionisios Solomos (1798-1857) in Poesie, Petros Vrailas-Armenis (1812-1884) in Philosophie, Nikolaos Chalikiopoulos Mantzaros (1795-1872) und Spiridon Xyndas (1814-1896) in Musik –hier werden nur einige erwähnt- verwandeln das ionische Gebiet in einer Schöpfungszelle kultureller Renaissance. “Die Kuppel der St. Spiridonas Kirche“ (1726) von Panagiotis Doxaras in Korfu ist zweifellos ein wichtiges Werk für alle vorherrschenden Richtungen der ionischen Kunst. Obwohl es heutzutage nur in einer Kopie des 19. Jahrhunderts1 bewahrt wird, ist es das greifbarste Exemplar der neuen Wege, in denen der Geschlechtsführer der Ionische Schule in der religiösen Thematik leitet und beweist seine Orientierung auf die westliche Malerei tradition. Panagiotis Doxaras, der in seinem theoretischen Werk “Über Gemälde“ zur Ausprägung der Formen “in naturale“ anregt, basiert auf seine Bekanntschaft mit der italienischen und insbesondere der venezianischen Malerei der Renaissance und des Manierismus, um in kühne Innovationen fortzuschreiten, die eine Entfernung von den Typen und Prinzipien der byzantinischen Kunst herbeiführen. Als Folge dieser Einflüsse sind die Prägungen auf der St. Spiridonas Kuppel das typischste Exemplar integrierter Elementen aus der Manierismuszeit besonders wegen der Versuche der venezianischen Werkstätte.
Im Allgemeinen ist es festgestellt, dass im 18. Jahrhundert die Thematik religiöser Darstellungen herrscht und das ist auffällig sowohl durch eine Vielzahl bewahrter Werke zur Dekoration kirchlicher Räume als auch mit der Schaffung beträchtlicher Werke wie das Werk von Ioannis Doxaras über die Kuppel der Marienkirche Faneromeni in Zakynthos oder ähnliche Werke von Nikolaos Koutouzis und Nikolaos Kantounis- in diesen Werken wird der Verlauf des Ionischen Staats vervollständigt und herrschen die Barock-Formen zur Wiedergabe der Thematik vor und gleichzeitig weicht endgültig von der Tradition ab, indem das Göttliche zum Menschlichen wird. Betonte Bewegungen und Geste, theaterartige Stellungen und realistische Wiedergabe sind beitragende zu dieser Richtung Elemente. Nikolaos Kantounis folgt auch diesen Verlauf basierend auf einen eklektizistischeren Geist, der Elemente der manieristischen Künstler und des Farbenreichtums venezianischer Werkstätten integrieren wird in Verbindung mit der Genauigkeit seines Plans und der Plastizität seiner Figuren. An der Schwelle einer religiösen und weltlichen Malerei befinden sich die Prozessionen, Werke an kirchlichen Räumen gezielt, während sie zahlreiche typisch weltliche Elemente integrieren. Die Prozessionen kombinieren landschaftsmalerischen Berichte, prosopografische Elemente und viele anekdotische Themen. Schon „die Prozession der St. Charalambis Leiche“ von Ioannis Korais 1756, ein der überzeugendsten Exemplare der vorliegenden Thematik, führt auch zu einer Reihe anderen Themen ein. Trotz dem irgendwie harten Plan und den unflexiblen Bewegungen der Abgebildeten war dieses Werk ein Vorzeichen für die Thematik dieser Kategorie. Die Entwicklung erscheint im ganzen Spektrum in der “St. Dionisios Prozession“ von Nikolaos Koutouzis 1766, wo religiöse Ergreifung mit Realismus in Porträten und landschaftsmalerischen Berichten von der Zakinthos Stadt als auch die Klassenbildung durch die Prozessionsanordnung verbunden sind. Auf diese Weise ist das vorgenannte Werk nicht nur ein Frömmigkeitsbild, sondern auch das Bild einer ganzen Epoche. Neben religiösen Themen herrscht in der ionischen Kunst die Porträtmalerei. Sie ist die Kategorie, die als Ausgangspunkt der weltlichen Malerei dient, da sie die Dekoration der kirchlichen Räume übersteigt und gleichzeitig den Malern die Möglichkeit gibt, bis zu einem gewissem Maß von den kirchlichen Aufträgen entbunden zu werden, neue Ausdrucksweisen auszuprobieren und sich an größerem und unterschiedlichem Publikum zu wenden. Im 18. Jahrhundert wird hauptsächlich die Porträtmalerei eine herrschende Rolle bekommen. Vorläufer auch in diesem Bereich ist Panagiotis Doksaras, der 1719 das Porträt des deutschen Obergenerals, Leiter der enetischen Armee bei der Belagerung Korfus von den Türken, Mathias von Schulenburg gefertigt hat. Im Rahmen dieser noch nie da gewesener Entwicklung der Porträtmalerei bilden sich allmählich einige Merkmale heraus, wie das starre Festhalten an die realistische Ausprägung der abbildenden Figuren, das psychologische Eindringen darin, die Rolle des Lichts, die Minimierung der Ergänzungsthemen. Außer dem religiösem Thema und Porträtmalerei werden stufenweise noch andere thematische Kategorien eingeführt, die während des 19. Jahrhunderts anfangs langsam, später intensiver völlig durchzgesetzt wurden. Berichte über Quellen beweisen, dass anfangs des 18. Jahrhunderts Werke mit allegorischen Themen und toter Natur geschafft werden , wie es im künstlerischen Werk von Ieronimos Plakotos scheinbar ist. Die Beschäftigung mit anderen thematischen Gebieten wird ebenfalls durch das Werk von Nikolaos Kantounis “Weiblicher Akt von einem Satyren aufgedeckt“ der Nationalgallerie, wahrscheinlich die erste Aktographie der neugriechischen Kunst. Es handelt sich um ein Werk, das unzweifelhaft von den Auswirkungen der venezianischen Malerei und besonders von Titsiano, bezogen auf die Thematik, die Kompositionen und die Farben beeinflusst wird. Bewiesen wird auch die Bereitschaft zur Verbreitung der Thematik in Kategorien, die wegen der Wagemutigkeit der Themen nicht leicht akzeptiert werden konnten. Die Ionische Schule ist kurz und bündig die Brücke zwischen der byzantinischen Tradition und neugriechischen Kunst. Durch den Wagemut ihrer Recherchen und die entscheidende Ausdrucksmittel wird sie ihren Schöpfern neuen Möglichkeiten geben, sich in neuen Felden auszubreiten und neue Gebiete zu beherrschen. Oder, wie A. Charalabidis betont, “diese wagemutige Entfernung (der Ionischen Schule von der byzantinischen Tradition) legt das Problem der allgemeinen Beziehung der ionischen Malerei mit der metabyzantinischen als auch der späteren neugriechischen Malerei. Geht es um das Ende der metabyzantinischen oder der Anfang der neugriechischen? Ihr Charakter ist eigentümlich. Bis zu einem Punkt setzt sie die byzantinische Tradition fort, denn sie religiös vebleibt...Gleichzeitig bekommt sie aber fremde Auswirkungen, erneut und bereichert die religiöse Malerei, fügt neue Thematik hinzu, wie die Porträtmalerei, die Genremalerei, die tote Natur, die mythologische und allegorische Kompositionen usw., die zu den Hauptzielen der neugriechischen Malerei nach der Entstehung des Freistaates werden“2. 1.Originale Darstellungen wurden wegen ausgedehntem Verschleiß durch echte Abschrifte ersetzt, wie es für wahrscheinlich gehalten wird, 1851 vom Korfiotischen Maler Nikolaos Aspiotis. 2.Charalabidis A. G., Beitrag zum Studium der ionischen Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts, Ioannina 1978, S. 100. |