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        Die Kunst in Korfu bis der Vereinigung 19. Jh.

 

Skulptur

 

         Skulptur ist der erstentwickelte Aspekt der bildenden Kunst in Korfu anfangs des 19. Jh.  Pioneere sind drei Künstler, Paul Prosalentis der Seniore, Dimitrios Trivolis-Pierris und Ioannis Vaptistis Kalosgouros, denen die Chance gegeben ist, dem neuklassizistischen Trend in Italien anfangs des 19. Jh. nahe zu kommen, zwar die zwei ersten als Schüler von Antonio Kanova an der St. Lukas Akademie in Rom. Es scheint, dass die politische Bedingungen sie begünstigen.
        Es ist nicht schwer zu verstehen, dass die Skulptur, viel mehr eine Kunst der öffentlichen Räume, wegen der hohen Errichtungskosten der Denkmäle, nicht leicht Auftraggeber finden konnte und genau diese Lücke holt die damals herrschende Macht, England auf. Mit dem Ziel die Komissare vertraut zu machen, wendet sie sich an den korfiotischen Schöpfern, die sie zum Auftraggeben verwendet. Aus diesem Zusammenarbeit, besonders mit Prosalentis, denn Trivolis zu jung starb, wird der größte Teil der Skulpturen dieser Zeit zwischen den Jahren 1820-1832 hergestellt. Egal, ob bis zu einem gewissen Grad die Künstler Muster und auferlegte Ausdrücke folgen sollten, indem sie ihre thematische Autonomie und formgestaltenden Wortschatz den Zweckmäßigkeiten der jeweiligen herrschenden Macht opfern, die Ergebnisse waren spektakulär.
Souveräner stylistischer Trend der Jahreszeit, den die Schöpfer getreu folgen, ist der Klassizismus, der kommt, um die Ordnung und die Symmetrie, das Meßinstrument und die Einfachheit in seinem Auftrag als souveräne Elemente in seinen Formulierungen aufzuerlegen.  Er entdeckt in der Kunst des klassischen Altertums diejenige Modelle, die ihn mit bildlichen Mitteln und Werte betonen lassen, die Rückkehr in der alten Welt nicht als unfruchtbare Kopie sondern als Ausdruck der gesamten Periode. Er kehrt in das Altertum zwecks der Lobpreisung nicht nur der Einfachheit und Harmonie zurück, aber auch zwecks der Untersuchung der Demokratiewerte, die als ästhetische Vorstellung das Meßinstrument formten. In der Skulptur drückt sich Klassizismus hauptsächlich mit dem strengen Aufbau und den geschlossenen Umrissen, der idealistischen Wiedergabe und mit der Beschränkung der anekdotischen Arten, deshalb wird es besser als in irgendeiner anderen bildlichen Region eingeprägt, die Aufforderung von Winckelmann für die Rückkehr in der "ruhigen Größe und in der höflichen Einfachheit".
Führende Figur der Periode ist unzweifelhaft Pavlos Prosalentis (1784-1837), der im Allgemeinen an jeder Skulptur- und Kunstarbeit teilnahm, die in Korfu durchgeführt wurde. Es soll auch seine Pionierrolle im Gießen der Bronzeskulpturen betont werden, da er es als Erster in der neueren griechischen Kunst erzielt, gestützt auf die Labors, die Glocken für die Kirchen in Korfu herzustellen.  

Die Werke, in denen in allen Maßen die Errungenschaften von Prosalentis erscheinen, kommen nach 1815.Die bekannte Werke des Künstlers übersteigen die Zwanzigen. Sie fassen einen Zeitabschnitt von ungefähr dreiundzwanzig Jahren (1815-1837) um und sind die Werke seiner Reife. Es geht nämlich um die Büste      Platos (1815), Maitlands Büste in vier Kopien (1821-1822), die drei Reliefe des Sockels von Maitlands Büste (1821-1822) in Korfu, Maitlands Statue (1821-1822), Adams Büste (1825), die vier  Reliefe des Sockels von Adam (1825), die vier Reliefe des Sockels des Königs von England Georgios IV (1826), Guilfords Büste (1827), Adams Statue (1832), die Statue von Iro (1835) und die "Agrarierin Artemis" (1835). Noch eine Büste, die von Nugent, wird für wahrscheinlich gehalten, dass sie eine Kreation von Prosalentis ist, obwohl es keine relativen Informationen besteht. In den Werken der Periode der Reife des Künstlers soll  auch die Gesamtmenge der Plastikarbeit eingeschlossen werden,  die für die Dekoration des Palasts der Heiligen Micheal und Georgios angefordert wurde, in der die Statue von Großbritannien unterscheiden, prägeartige Embleme von Inseln und die Kamine, und schließlich die dekorativen Themen in dem Trommel der Kuppel von Maitlands Denkmal und möglicherweise die ionische Kapitelle des gleichen Denkmals im oberen Platz von Korfu.
   Prosalentis verbindet in seiner Arbeit Arten der neuklassizistischen europäischen Skulptur, die der Arbeit seines Kunstlehrers entspringen.  Werke, wie das Kenotaph von Stuart von Canova im St. Peter in Rom und das Totendenkmal des Papstes Klimi XIII des gleichen Künstlers  in der gleichen Kirche, sind das, worauf er normalerweise zurückgreift. Aber auch Werke der altgriechischen und römischen Kunst, wie der stilstehende Hermes, der Apollo von Belvedere und die Art vom römischen Togaträger, die sie an der Dauer seiner Studie in Italien kennt, werden als Modelle für die Wiedergabe der verschiedenen Figuren benutzt.  
Die anderen zwei Bildhauer der gleichen Periode haben begrenzte Arbeit zur Schau zu stellen. Dimitrios Trivolis-Pierris (1785-1809), Gleichaltriger und Freund von Pavlos Prosalentis, stirbt zu jung, kaum vierundzwanzig Jahre alt und schafft es nicht mehr Werke hinterlassen, die über einen vollständigen künstlerischen Verlauf sprechen helfen. Die Achtung, die sein Kunstlehrer Antonio Canova für ihn empfindet, gibt möglicherweise eine Antwort dafür, was die ionische Kunst mit seinem Tod entbehrt hat. Ioannis-Vaptistis Kalosgouros (1794-1878) zeigt einige seiner Möglichkeiten im Obelisk zu Ehren von Howard Douglas, sowie in Marmorbüste der Gräfin Helen Armeni-Montsenigou, 1843 und 1847 dementsprechend hergestellte Werke,  in denen die klassische Eigenschaften mit dem Idealismus der Figuren und der Aneignung der Arten der altgriechischen Kunst vorherrschen.  
Neben der Skulptur der öffentlichen Räume, mit denen sich die  Korfioten Bildhauer beschäftigen, erwähnenswert sind einige Werke des Friedhofsräumes, Kreationen  unbekannter Künstler, hauptsächlich im Raum des englischen Kirchhofs von Korfu. Im Gegensatz zur Skulptur der im Allgemeinen öffentlichen Räume, bringt uns die Skulptur der Kirchhöfe nahe in den menschlichen Daten und im Wunsch der Personen, ihre Toten zu ehren, aber auch vielmas anerkannt zu werden und sich gesellschaftlich und wirtschaftlich durch die Pracht und die Auferlegung ihrer Grabmäler abzuheben.   
Im englischen Kirchhof von Korfu gibt es drei wichtige Skulpturen von der ersten Hälfte des 19. Jh. In den Gräbern von Robert Kerrson (+ 1825) und William Roycroft (+ 1846) haben wir das Thema der weiblichen Figur, die auf dem Grab wehklagt. Die erste, die des Kerrson Grabs, ist kümmerlich und überrascht mit der Ausdruckskraft ihrer Haltung und die Tragik ihres Ausdrucks. Die wehklagende Frau des Roycroft Grabs wird in natürlichem Größe, kniend im linken Bein und mit dem Körper in einer abnormen Haltung abgebildet, fast in zwei Teilen gefaltet. Ihr Kopf ist mit einem Tuch bedeckt, das einen Teil ihrer Gesichtszüge versteckt, die Haltung ihrer Figur betont die Intensität der Wehklage mit ihrer Wahrheit und ihr Ausdruck den tragischen Inhalt.  
Dieses Werk jedoch, in dem eine Reihe von Errungenschaften der Friedhofsskulptur umgefasst wird und ihre intensive Verbindung mit der altgriechischen Kunst bemerkenswert ist, ist das Relief im Grab von Elise Fels (+ 1851), das im gleichen Kirchhof liegt. Kunstvoll hergestellt, mit aussergewöhnlicher Meisterschaft, die einen Bildhauer mit grossen Möglichkeiten und Fähigkeiten offenbaren, bildet das Werk eine Familie aus drei Mitgliedern ab, die Eltern und das kleine Kind, im Abschiedsmoment. Das Werk, wie es aus einer Reihe seiner beinhalteten Elemente entsteht, bezieht sich sofort auf die klassische Tumulusreliefe, die der Künstler in jedem Fall kennen sollte. So die sitzende Haltung, womit der Tote fast immer in der alten Kunst wiedergegeben wird, wie das Händedruck beim Verabschieden, das im ersten Niveau vorherrscht, sind Elemente, die für die Bekanntschaft des Künstlers mit entsprechenden Themen in den Grabsäulen des Altertums überzeugen. Was jedoch Eindruck in dem Relief vom Fels Grab macht, ist die Zeichnungsleichtigkeit des Künstlers, die Leichtigkeit im Zuschreiben der Plastikvolumen und des Räumes im Allgemeinen, die Empfindlichkeit bei der Meißelung der Formen, die interne Wahrheit der Komposition und die ihr entsprungene Traurigkeit.   

 

Malerei

Die wichtigen Änderungen auf dem politischen Gebiet und die aufeinanderfolgenden Änderungen der souveränen Kräfte in den Ionischen Inseln, von 1797 bis 1864, Jahr der Vereinigung mit Griechenland, geben neue Anregungen und bilden einen neuen Rahmen, worin die künstlerische Kreatitivität blüht. Venedig bleibt ein wichtiges Zentrum, wonach sich eine Menge junge Personen für ihr Studium richtet, gleichwohl führen die neuen Bedingungen zur  Kreation und Festigung neuer Eigenschaften, die Antrieb in der künstlerischen Kreation geben. Die Schwerkraft wird jetzt von Zakynthos, Grundheim des künstlerischen Ausdrucks im 18. Jahrhundert, in Korfu transportiert. Der Anschluß mit den europäischen Zentren, das Studium darin und die Bekanntschaft der Künstler mit ihren aktuellen Trends schafft den Rahmen der Malereientwicklung.  
Am Anfang des 19. Jahrhunderts scheint die Malerei in Korfu, auf die Muster der Kunstlehrer der Vergangenheit zu basieren. Stamatis Bulgaris (1774-1842), Pavlos Prosalentis der Seniore (1784-1837) und Ioannis-Baptistis Kalosgouros (1794-1878) sind im wesentlichen die ersten Schöpfer der korfiotischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Alle drei Künstler schaffen ihre Werke unter dem Einfluss der grossen Bewegung des Neuklassizismus, der in dieser Zeit in der europäischen Kunst vorherrscht. Jedoch alle drei malen als Nebenbeschäftigung, da der Erste Architekt und Stadtplaner ist und die zwei anderen Bildhauer sind, begrenzen sich hauptsächlich so in der Einführung und Festigung einer persönlichen Eigentümlichkeit der Formbildung wie in der Breite ihrer Untersuchungen. So haben die malerischen Bemühungen der ersten Künstler des 19. Jahrhunderts einen formaleren Charakter und sie erzielen nicht auf wesentliche Weise die Eroberungen der Vergangenheit zu erneuern.  
In der gleichen Periode arbeiten noch andere Ionier in Korfu. Unter ihnen die Kefallonier Gerasimos Pitzamanos (1787-1825) und Dionysios Vegias (1810-1884) und die Zakynthier Petros Pavlidis-Minotos (ca. 1800-1861), Dionisios Kallivokas (1806-1877), Konstantinos Giatras (1811-1888) führen die Vergangenheitsformen weiter, trotz sie zu erneuern. Ihr Zeitvertreib mit der Porträtmalerei erbringt einige hervorragende Proben im Rahmen, in dem auch die Kunstlehrer der Ionischen Schule im 18. Jahrhundert gehandelt haben. Ihre grundlegenden Eigenschaften bleiben unverändert. Liebe für die getreue Beschreibung, Beschränkung der dekorativen Themen, Bemühung sich auf das Wesentliche und nicht  auf das Anekdotische zu konzentrieren. Die Verbreitung in neuen Themenbereichen und das in hohem Grade Nachgeben der religiösen Themen gibt den Künstlern die Möglichkeit, sich auf die Probe zu stellen, ohne jedoch es immer zu schaffen, weiter von den Formen fortzuschreiten, die sie von den vorigen Generationen geerbt hatten. Bereits ist es jedoch klar, dass mit ihrem Werk eine zeitlich grosse Periode beendet, die als Hauptziel das religiöse Thema hat, und eine andere Periode öffnet, die in der Mitte des Interesses das Weltliche hat. In diesem Rahmen erscheinen vorbehaltlich malerische und allegorische Themen mit charakteristischem Beispiel möglicherweise die allegorische Komposition von Vegias "die Vereinigung der Ionischen Inseln mit Griechenland".